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Mörtelstein.
Wie schon im vergangenen Jahr fand auch am diesjährigen
Heiligabend in Mörtelstein ein Krippenspiel als
Prozession statt. Der Zuspruch war enorm: rund 180
Besucher füllten das evangelische Gemeindehaus in
Mörtelstein, als Andreas Hantschel am Klavier mit einer
Jazzimprovisation zum Lied des kleinen Trommlerjungen
das gleichnamige Krippenspiel eröffnete.
Mit Martin Streib war es einem erfahrenen
Theaterschauspieler vergönnt, die erste Szene zu
eröffnen und er ließ auch gleich sein Können aufblitzen.
Als Kaufmann Titus hatte er bereits vor 2000 Jahren
zumeist nur eines im Kopf und zwar Geld. Deshalb folgte
er auch der Einladung des Königs Herodes nach Jerusalem,
wo er einen neuen Palast gebaut hatte. Mit auf seine
Reise nahm Titus seinen Sklaven Michael, der von Hannes
Halder gespielt wurde. Als dieser in der zweiten Szene
das Reisegepäck packte, sah man bereits sein
Schmuckstück, eine kleine Marschtrommel, die er überall
mitnahm.
Vor dem Gemeindehaus wurde die Trommel zum erstenmal
benutzt und lockte sogleich drei Könige aus dem
Morgenland an. Diese erzählten dem Sklaven, dass sie auf
dem Weg zum neuen König der Welt seien, der die Wende
der Zeiten bringen und auch das Leben des kleinen Jungen
verändern werde. Als die drei Könige sich wieder auf den
Weg machten und weiterzogen, schaute ihnen der
Sklavenjunge Michael sehnsüchtig hinterher.
Das Haus der Familie Haaß diente als Palast des Königs
Herodes bei der folgenden Station. Michael musste
draußen bleiben und so spielte er wieder das
Trommlerlied auf seiner Trommel. Janika Haag spielte das
Sklavenmädchen Sarah und kam aus dem Hintergrund und
sang dabei das Trommlerlied. Auch sie wurde von der
Trommel angelockt und erzählte Michael, dass die drei
Könige auch schon im Palast des Herodes waren. Diese
Nachricht machte den Sklaven Michael neugierig und so
schaute er durch ein offenes Fenster in den Palast
hinein, wo der Hausherr Otto Haaß Herodes seine Stimme
lieh. Dieser hatte aber nichts Gutes zu sagen. Er wollte
einen neuen König in seinem Reich nicht dulden und
deshalb die Rückkehr der drei Könige abwarten, um zu
erfahren, wohin er seine Truppen schicken müsse, um den
neuen |
König noch im Kindesalter zu töten. Diese Nachricht
erschütterte Michael so, dass er beschloss, seinen Herrn
Titus zu verlassen und den drei Königen zu folgen, um
sie zu warnen.
Die nächste Bühne bot sich am Aufgang zur Kirche von der
Vorstadt aus. Hier warteten bereits die drei Könige: sie
hatten das Lied des Trommlerjungen nicht vergessen.
König Melchior spielte am Keyboard eine Strophe davon
und lockte zwei einfache Hirten an, die in dieser Nacht
Schafe hüteten. Auch Michael und Sarah kommen hinzu:
Michael bleibt gerade noch Zeit, die Könige warnen, als
der Engel erschien und die Geburt des Kindes verkündete.
In der Kirche saßen Maria und Josef bei der Krippe, als
unter den Klängen des Kirchenchors die Könige ihre
Geschenke überreichten und auch die Hirten zur Krippe
hinzogen. Nur der Sklave Michael traute sich noch nicht
so recht. Erst Sarah konnte ihn überzeugen, zum
neugeborenen Kind zu gehen. Dort wurde er auch gleich
herzlich empfangen. Nun erklang noch einmal das
Trommlerlied, zunächst gemeinsam intoniert von
Posaunenchor, Trommel und Orgel, ehe Janika Haag noch
einmal die erste Strophe des Trommlerlieds sang, nur
leise von der Orgel begleitet. Traditionell endete der
Gottesdienst mit dem Lied „Stille Nacht“.
Die Könige wurde von Andreas Hantschel, Frederick Wolf
und Matthias Halder gespielt, der königliche Bote von
David Bromme (der trotz Krankheit spielte!), die Hirten
von Christoph Hinninger und Tim Kreiß, Maria wurde von
Ronja Druck und Josef von Raphael Stockhause
dargestellt. Dominic Kellner übernahm die Rolle des
Erzählers, während Bernd Kreiß für die Technik
verantwortlich zeichnete und Jan Kreiß das Krippenspiel
einstudierte.
Am Ende des Gottesdienstes wurden an alle Kinder Kerzen
verteilt: Diese Lichter leuchteten den Menschen den Weg
aus der Kirche und so manch einem wird es gegangen sein
wie den drei Königen, die das Lied nicht mehr aus dem
Kopf bekamen. Sie werden es vielleicht auf dem Weg nach
Hause, abends im Bett oder einfach so vor sich
hergesummt haben. Und so bleibt dieses Krippenspiel auch
in guter Erinnerung. |