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Krippenspiel 2009 in Mörtelstein als Prozession im Dorf


(24.12.2009)
 

 

Mörtelstein. Wie schon im vergangenen Jahr fand auch am diesjährigen Heiligabend in Mörtelstein ein Krippenspiel als Prozession statt. Der Zuspruch war enorm: rund 180 Besucher füllten das evangelische Gemeindehaus in Mörtelstein, als Andreas Hantschel am Klavier mit einer Jazzimprovisation zum Lied des kleinen Trommlerjungen das gleichnamige Krippenspiel eröffnete.

Mit Martin Streib war es einem erfahrenen Theaterschauspieler vergönnt, die erste Szene zu eröffnen und er ließ auch gleich sein Können aufblitzen. Als Kaufmann Titus hatte er bereits vor 2000 Jahren zumeist nur eines im Kopf und zwar Geld. Deshalb folgte er auch der Einladung des Königs Herodes nach Jerusalem, wo er einen neuen Palast gebaut hatte. Mit auf seine Reise nahm Titus seinen Sklaven Michael, der von Hannes Halder gespielt wurde. Als dieser in der zweiten Szene das Reisegepäck packte, sah man bereits sein Schmuckstück, eine kleine Marschtrommel, die er überall mitnahm.

Vor dem Gemeindehaus wurde die Trommel zum erstenmal benutzt und lockte sogleich drei Könige aus dem Morgenland an. Diese erzählten dem Sklaven, dass sie auf dem Weg zum neuen König der Welt seien, der die Wende der Zeiten bringen und auch das Leben des kleinen Jungen verändern werde. Als die drei Könige sich wieder auf den Weg machten und weiterzogen, schaute ihnen der Sklavenjunge Michael sehnsüchtig hinterher.

Das Haus der Familie Haaß diente als Palast des Königs Herodes bei der folgenden Station. Michael musste draußen bleiben und so spielte er wieder das Trommlerlied auf seiner Trommel. Janika Haag spielte das Sklavenmädchen Sarah und kam aus dem Hintergrund und sang dabei das Trommlerlied. Auch sie wurde von der Trommel angelockt und erzählte Michael, dass die drei Könige auch schon im Palast des Herodes waren. Diese Nachricht machte den Sklaven Michael neugierig und so schaute er durch ein offenes Fenster in den Palast hinein, wo der Hausherr Otto Haaß Herodes seine Stimme lieh. Dieser hatte aber nichts Gutes zu sagen. Er wollte einen neuen König in seinem Reich nicht dulden und deshalb die Rückkehr der drei Könige abwarten, um zu erfahren, wohin er seine Truppen schicken müsse, um den neuen

König noch im Kindesalter zu töten. Diese Nachricht erschütterte Michael so, dass er beschloss, seinen Herrn Titus zu verlassen und den drei Königen zu folgen, um sie zu warnen.

Die nächste Bühne bot sich am Aufgang zur Kirche von der Vorstadt aus. Hier warteten bereits die drei Könige: sie hatten das Lied des Trommlerjungen nicht vergessen. König Melchior spielte am Keyboard eine Strophe davon und lockte zwei einfache Hirten an, die in dieser Nacht Schafe hüteten. Auch Michael und Sarah kommen hinzu: Michael bleibt gerade noch Zeit, die Könige warnen, als der Engel erschien und die Geburt des Kindes verkündete.

In der Kirche saßen Maria und Josef bei der Krippe, als unter den Klängen des Kirchenchors die Könige ihre Geschenke überreichten und auch die Hirten zur Krippe hinzogen. Nur der Sklave Michael traute sich noch nicht so recht. Erst Sarah konnte ihn überzeugen, zum neugeborenen Kind zu gehen. Dort wurde er auch gleich herzlich empfangen. Nun erklang noch einmal das Trommlerlied, zunächst gemeinsam intoniert von Posaunenchor, Trommel und Orgel, ehe Janika Haag noch einmal die erste Strophe des Trommlerlieds sang, nur leise von der Orgel begleitet. Traditionell endete der Gottesdienst mit dem Lied „Stille Nacht“.

Die Könige wurde von Andreas Hantschel, Frederick Wolf und Matthias Halder gespielt, der königliche Bote von David Bromme (der trotz Krankheit spielte!), die Hirten von Christoph Hinninger und Tim Kreiß, Maria wurde von Ronja Druck und Josef von Raphael Stockhause dargestellt. Dominic Kellner übernahm die Rolle des Erzählers, während Bernd Kreiß für die Technik verantwortlich zeichnete und Jan Kreiß das Krippenspiel einstudierte.

Am Ende des Gottesdienstes wurden an alle Kinder Kerzen verteilt: Diese Lichter leuchteten den Menschen den Weg aus der Kirche und so manch einem wird es gegangen sein wie den drei Königen, die das Lied nicht mehr aus dem Kopf bekamen. Sie werden es vielleicht auf dem Weg nach Hause, abends im Bett oder einfach so vor sich hergesummt haben. Und so bleibt dieses Krippenspiel auch in guter Erinnerung.

 
   Der kleine Trommlerjunge
   Ein Krippenspiel als Prozession von Lennart Sprockhövel

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